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Die EU Kommission hat nun das Austrittsschreiben Großbritannien an den Präsidenten des Europäischen Rates, Donald Tusk, vom 29.03.2017 veröffentlicht.

Brexit - EU Kommission veröffentlicht das Austrittschreiben Großbritanniens

Die EU Kommission hat nun das Austrittsschreiben Großbritannien an den Präsidenten des Europäischen Rates, Donald Tusk, vom 29.03.2017 veröffentlicht.Zum Aufgabengebiet des Präsidenten gehört unter anderem die Außenvertretung der Union in Angelegenheiten der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik“ nach Art. 15 Abs.6 EUV. Tusk war daher der richtige Adressat der Austrittserklärung. Von dem politischen und historischen Wert des Schreibens kann sich nun jeder ein Bild machen. Das, gerade einmal, sechs Seiten umfassende Schreiben steht zum download unter https://ec.europa.eu/taxation_customs/uk_withdrawal_de zur Verfügung. Bleibt nur noch die Frage, wer genau das Schreiben unterzeichnet hat. Die Paraphe einer Theresa May ist nahezu unmöglich zu entziffern. Aber, überzeugen Sie sich selbst. Viel Spaß bei der Lektüre.

 

 


Multikulturelle Paare, Partnerschaft und Vermögensplanung. Internationales Ehegüterrecht und Vertragsgestaltung

Binationale Paare, also Ehe- oder Lebenspartner mit verschiedenen Staatsangehörigkeiten, sind heute selbstverständlich. Zahlen der Europäischen Kommission zufolge gab es im Jahr 2016 ca. 16 Millionen internationale Paare in der EU. Tendenz steigend. Auch ein Wohnsitzwechsel in das Ausland, ob nun beruflich oder persönlich bedingt, gehören fast schon zum „Normalfall“. Was ist nun, wenn die Eheleute oder Lebenspartner Vermögen anschaffen? Wie ist der Status, welche Regelungsmöglichkeiten bestehen? Wie kann man sich absichern? Wo erhält man zuverlässige Rechtsberatung: Beim Notar oder beim Rechtsanwalt?

Es kommt - wie immer - darauf an: Ist das Paar verheiratet, schlägt das sog. Ehegüterrecht durch und regelt die wesentlichen Zuordnungen während der Partnerschaft, vor allem aber auch den Fall der Aufteilung des Vermögens durch Scheidung oder Tod. In Deutschland ist der gesetzliche Güterstand die sog. Zugewinngemeinschaft. Internationale Fälle, etwa wenn das Ehepaar mehrere Wohnsitze im Ausland hatte oder noch hat, werden durch die Europäischen Güterrechtsverordnungen (VO (EU) 2016/1104 vom 24.6.2016 und VO (EU) 2016/1103 vom 24.6.2016) geregelt, die zum 29.1.2019 anwendbar sein werden. Sie enthalten größtenteils keine neuen Regelungen zum materiellen Recht, sondern sind in erster Linie als Zuweisungsregelung zu verstehen, also welches nationale Güterrecht anwendbar sein soll. Daneben finden sich Vorschriften zur Bestimmung der internationalen Zuständigkeit und zur Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Gütersachen. Die Verordnungen gelten ausschließlich für Ehegatten und eingetragene Partner und nur in 18 Ländern der Europäischen Union. Großbritannien bzw. das Vereinigte Königreich und Irland sind ebenso wenig aufgeführt wie Dänemark und Polen. In diesen Fällen muss nach den herkömmlichen Kollisionsnormen das anwendbare Recht ermittelt werden.

Unverheiratete Paare müssen sich dagegen anders behelfen. Hier ist eine genaue Kenntnis der länderspezifischen Gegebenheiten erforderlich, um eine interessensgerechte Lösung zu entwerfen, auch weil man mit einem anderen Instrumentarium arbeitet. Vieles kann geregelt werden, im Immobilienrecht, teils mit Nießbrauchsrechten und allgemeinen Verträgen.

Vermögensplanung: Beim Notar oder Rechtsanwalt? Beide sind in der Regel kompetente Ansprechpartner. Allerdings sollten Sie sich vorher versichern lassen, dass die Vereinbarung auch in dem Zielland wirksam ist. Das setzt voraus, dass der Berater die einschlägigen Rechtsordnungen kennt und auf eine internationale Lösung hinarbeiten kann.

Schließlich sollten alle Regelungen genau auf die erbrechtlichen Bedürfnisse der Paare überprüft werden. Oftmals sind bereits aus vorherigen Partnerschaften Erbberechtigte vorhanden, die zu berücksichtigen sind. In einigen Rechtsordnungen sind sogar noch ehemalige Ehegatten erbberechtigt, in anderen wiederum die unverheirateten Lebensgefährten.

Zum Schluss natürlich noch: Das Steuerrecht. Bedenken Sie: Jede Vermögensverschiebung ist steuerrechtlich relevant. Ein einheitliches europäisches Steuerrecht – Schenkungs- und Erbschaftssteuerrecht – ist noch in weiter Ferne. Daher Vorsicht vor etwaigen Steuerfallen im In- und Ausland.

Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

UN-Kaufrecht (CISG) - Rechtsanwalt und Fachanwalt für Internationales Wirtschaftsrecht

Das UN- Kaufrecht (CISG) ist ein klassischer Schwerpunkt des Fachanwalts für internationales Wirtschaftsrecht gem. § 14n FAO. Dort heißt es: Für das Fachgebiet internationales Wirtschaftsrecht sind besondere Kenntnisse nachzuweisen in den Bereichen: .. 3. International vereinheitlichtes Handelsrecht.

Das UN Kaufrecht ist vereinheitlichtes Handelsrecht und Spezialmaterie bei internationalen Warenkäufen von Unternehmern. Es ist eng verbunden mit den sog. Incoterms 2010, also den Codes für Übergabeort, Transportversicherung, Fracht.

Das auch unter dem Namen "Wiener Kaufrechtsübereinkommen" aus dem Jahre 1980 / United Nations Convention on Contracts for the International Sale of Goods, CISG; frz.: Convention des Nations unies sur les contrats de vente internationale de marchandises, CVIM bekannte Werk ist völkerrechtlicher Vertrag und wurde für Gesamtdeutschland im Jahre 1991 gezeichnet (BGBl 1990 II, (1477) 1699). Zwischenzeitlich gilt es gegenüber 89 Staaten. Da es sich, nach erfolgter Transformation gemäß Art. 25 GG, um unmittelbares Bundesrecht handelt, ist die vielfach verwendete Ausschlussformel - dieser Vertrag unterliegt dem deutschen Recht - nicht geeignet, das UN-Kaufrecht abzubedingen. Dies hat der Bundesgerichtshof nochmals jüngst bekräftigt (Urteil vom 7. 12.2017 (Az.: VII ZR 101/14).

UN- Kaufrecht ist gelebtes internationales Handelsrecht und weist damit einige Besonderheiten gegenüber dem deutschen Handelskauf nach HGB auf. Da der Wortlaut des Übereinkommens seit 1980 nahezu unverändert geblieben ist, kommt der Rechtsprechung eine besondere Rolle zu. Hierbei ist zu beachten, dass nicht nur deutsche Gerichte Gehör finden, sondern vielmehr eine international ausgerichtete Rechtsprechung berücksichtigt werden muss. Typische Streitpunkte sind die Einbeziehung von AGBs nach UN-Kaufrecht, Aufrechnungen und Verbote, Zurückbehaltungsrechte, Kassaklauseln Auflösung des Vertrages, um nur die gängigsten Probleme zu nennen.

Kurz: In der Prozessführung sind Detailkenntnisse – wie oftmals - von streitentscheidender Rolle. Der Fachanwalt für Internationales Wirtschaftsrecht wird hierauf in besonderer Weise geprüft. Der Block „Internationales Kaufrecht“ ist nicht nur ein Kernthema der theoretischen Fachanwaltsausbildung, sondern muss zusätzlich durch eine überdurchschnittlich hohe Bearbeitung von praktischen Fällen konkret nachgewiesen werden. Erst dann wird der Fachanwaltstitel verliehen.

 

Marokkanisches Recht und Rechtsanwalt

Neu: Unsere Kanzlei bietet Rechtsberatung im marokkanischen Recht an, insbesondere

  • zum Marokkanischen Handels- und Gesellschaftsrecht (Prüfung Exportvertrag, Gesellschaftsgründung in Marokko, Genehmigungen),
  • zu Rechtshilfe Angelegenheiten,
  • zum Grundstückskauf (Immobilienerwerb und Urkundenverkehr im deutsch-marokkanischen Recht),
  • Marokkanisches Erbrecht und Testamente,
  • Marokkanisches Familienrecht, Ehevermögen und Scheidung,

Ihr Ansprechpartner: Dott. iur. Fathima Laghbili, Muttersprachlerin arabisch; Dott. iur. Daniel Urso, französische Sprache

  • Zustellungen in Gerichtsverfahren Deutschland Marokko: Haager Zustellungsübereinkommen: Das Haager Übereinkommen über die Zustellung gerichtlicher und außergerichtlicher Schriftstücke im Ausland in Zivil- und Handelssachen vom 15.11.1965 gilt für Malta seit 1.10.2011 und für Marokko seit 1.11.2011.
  • Annerkennung Vollmacht Deutschland Marokko / Apostilleübereinkommen: Das Haager Übereinkommen vom 5.12.1961 zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation (Apostilleübereinkommen) ist im Verhältnis Deutschlands zu Marokko nicht in Kraft getreten, da Deutschland jeweils einen Einspruch nach Art. 12 Abs. 2 eingelegt hat.

 

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Recht der Handelsvertreter - Verjährung des Buchauszugs Entscheidung des BGH 2017

Der Bundesgerichtshof hat in seinem jüngsten Urteil vom 03.08.2017, Az.: VII ZR 32/17, entschieden, dass der Anspruch auf Erteilung eines Buchauszugs nach § 87c Abs. 2 HGB regelmäßig mit dem Schluss des Jahres beginnt, in dem der Unternehmer dem Handelsvertreter eine abschließende Abrechnung über die diesem zustehende Provision erteilt hat. Der Handelsvertreter ist, wenn der Unternehmer die Erteilung einer Abrechnung über die dem Handelsvertreter zustehende Provision verweigert, obwohl er zur Abrechnung verpflichtet ist, grundsätzlich berechtigt, die Vorlage eines Buchauszugs zusammen mit der Abrechnung über die Provision gerichtlich geltend zu machen (Abgrenzung zu BGH, Beschluss vom 20. Mai 2014 - VII ZR 187/13).

Damit folgt auch die höchste Zivilinstanz in Deutschland der weit verbreiteten Auffassung der Obergerichte. Dennoch ist Vorsicht geboten: Im internationalen Handelsvertreterrecht kommt es auf das anwendbare nationale Recht an. Oftmals ist dies nicht einfach zu ermitteln, insbesondere bei Tätigkeiten des Handelsvertreters im Ausland. Überlagert wird das Vertragsverhältnis von nationalen Tarifvorschriften zum Ausgleichsanspruch sowie Rentenbeiträge.

Wir beraten Unternehmer und Handelsvertreter im In- und Ausland bei Vertragsgestaltung sowie Rechtsstreitigkeiten zu Provisions- und Ausgleichsansprüchen. Sprechen Sie uns an.

Vorabentscheidungsersuchen des Kammergerichts Berlin vom 10.01.2017: EU-Erbrechtsverordnung Erbschein Zuständigkeit des Nachlassgerichts

Können Erben auch künftig für im Ausland verstorbene Erblasser, die hier in Deutschland über Nachlassvermögen verfügten, einen Erbschein vor einem deutschen Nachlassgericht beantragen?

Im August 2015 ist die sog. Erbrechtsverordnung - VERORDNUNG (EU) Nr. 650/2012 vom 4. Juli 2012 in Kraft getreten und gilt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, für alle ausländischen Mitbürger in Deutschland und für deutsche Staatsangehörige im Ausland, auch außerhalb Europas! Die Verordnung regelt unter anderem, welches nationale Erbrecht anwendbar ist. Dies ist, soweit nicht anders testiert wurde, regelmäßig der letzte Wohnsitz des Verstorbenen. Zudem enthält die Verordnung auch Vorschriften zum Verfahrensrecht, unter anderem wird das europäische Nachlasszeugnis eingeführt. In Einzelfällen kann es aber zu Unklarheiten kommen, ob das materielle Erbrecht auf das nationale Verfahrensrecht ausstrahlt und damit bisherige nationale Regelungen verdrängt. Dies wurde von dem Kammergericht Berlin nun im Rahmen eines Vorabentscheidungsersuchen (10.1.2017 – 6 W 125/16) an den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) gemäß Art. 267 Abs. 1 lit. b, Abs. 3 AEUV gesehen und folgende Vorabentscheidung angefragt: Ist Art. 4 EuErbVO dahingehend auszulegen, dass damit auch die ausschließliche internationale Zuständigkeit für den Erlass der nicht vom Europäischen Nachlasszeugnis ersetzten nationalen Nachlasszeugnisse in den jeweiligen Mitgliedsstaaten (vgl. Art. 62 Abs. 3 EuErbVO) bestimmt wird, mit der Folge, dass abweichende Bestimmungen der nationalen Gesetzgeber hinsichtlich der internationalen Zuständigkeit für die Ausstellung der nationalen Nachlasszeugnisse – wie z.B. in Deutschland § 105 FamFG – wegen Verstoßes gegen höherrangiges Europarecht unwirksam sind?

Eine äußerst spannende Frage, die erhebliche Auswirkungen auf das Erbscheinverfahren bei im Ausland verstorbenen Erblassern haben dürfte, ob es sich nun um deutsche Staatsangehörig im Ausland oder Ausländern mit Inlandsvermögen handelt.

Innerhalb der deutschen Nachlassabwicklung spielen Erbscheine eine besonders wichtige Rolle und dienen als sog. Rechtscheinträger den Banken, Versicherungen und Grundbüchern, um nur einige zu nennen, als geeignete Nachweise, um Auszahlungen oder Umschreibungen vorzunehmen.  

Empfehlung:

Im Rechtsleben ist es wie auf hoher See. Man weiß nie was kommt. Sollte der EuGH tatsächlich meinen, dass Erbscheine für im Ausland verstorbene Erblasser ausscheiden, führt dies zu ganz erheblichen Abwicklungsproblemen. Es empfiehlt sich also, keine Zeit zu verlieren und auf eine schnellstmögliche Erteilung hinzuwirken. 

Aktuell

  • 3/18: Handelsvertreter Vollstreckung Buchauszug gem. § 87c HGB

    Nach dem Urteil des Oberlandesgericht München vom 19.01.2018, Az.: 7W1654/17 ,ist die die internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte gegeben, wenn der Buchauszug nach § 87 c HGB durch einen Sachverständigen in den Geschäftsräumen einer in Österreich ansässigen Schuldnerin zu erstellen ist. (Art 22 Nr 5 EGV 44/2001, § 887 Abs 1 ZPO). Die Erstellung eines Buchauszugs ist auch dann eine vertretbare Handlung, wenn sich die hierzu benötigten Unterlagen im Ausland befinden. Die deutschen Gerichte sind für die Anordnung der in Rede stehenden Zwangsvollstreckungsmaßnahmen nach § 887 ZPO international zuständig. In dem entschiedenen Fall ging es um den Kostenvorschuss für die Beauftragung eines Wirtschaftsprüfers und die Anordnung, diesem den Zutritt zu den im Ausland gelegenen Geschäftsräumen der Schuldnerin und Einsicht in die Geschäftsbücher zu gewähren. Die Ermächtigung nach § 887 Abs. 1 ZPO sowie die Verpflichtung der Schuldnerin zur Vorauszahlung der Kosten der Ersatzvornahme nach § 887 Abs. 2 ZPO bindet nur die inländischen Gerichte und Vollstreckungsorgane. Da die Verpflichtung zur Zahlung des Kostenvorschusses vor einer Vollstreckbarerklärung im Ausland auf eine Durchsetzung im Inland beschränkt sei, ist kein Grund ersichtlich, für die Ermächtigung der Ersatzvornahme und die Anordnung der Kostenvorauszahlung eine internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte zu verneinen, die in den Vollstreckungswirkungen auf das Inland beschränkt ist (so schon der BGH, Beschluss vom 13.08.2009, Az. I ZB 43/08).

     
  • 2/18: Brexit - EU Kommission veröffentlicht das Austrittschreiben Großbritanniens

    Die EU Kommission hat nun das Austrittsschreiben Großbritannien an den Präsidenten des Europäischen Rates, Donald Tusk, vom 29.03.2017 veröffentlicht.

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  • 1/18: Westsahara und Marokko. EUGH entscheidet über die Gültigkeit eines Abkommens zwischen der EU und Marokko

    In der Rechtssache C-266/16 (Westsahara Campaign) sind nun die Schlussanträge gestellt. Nach Auffassung des Generalanwalts beim EuGH ist das zwischen Marokko und der Europäischen Union geschlossene Fischereiabkommen /Protokoll zur Festlegung der Fangmöglichkeiten nach diesem Abkommen ungültig, da es für die Westsahara und die daran angrenzenden Gewässer gilt. Hinter der eher sekundären Fragestellung, ob ein Fischereiabkommen zwischen Marokko und der EU Bestand hat, verbirgt sich die weitaus brisantere Frage, ob Marokko die Gebietshoheit über das gesamte Königreich, einschließlich der Westsahara ausüben darf. Hintergrund ist eine Souveränitätsfrage der dort lebenden Bevölkerung, dem saharauischen Volk, und deren Ansprüche auf Selbstbestimmung. Die Compaign Organisation, eine in England sitzende Interessensvereinigung des saharauischen Volkes, machte vor den dortigen Gerichten in England & Wales geltend, dass das zwischen der EU und Marokko geschlossene Fischereiabkommen ungültig seien, soweit dieses Abkommen und die Rechtsakte für das Gebiet der Westsahara und die daran angrenzenden Gewässer gälten. Die Klage wurde auf Veranlassung des High Court dem EuGH vorgelegt. Der EuGH hatte in einer Parallelsache mit Urteil vom 21.12.2016 (C-104/16 "Rat/Front Polisario") bereits entschieden und festgestellt, dass die zwischen der EU und Marokko über eine Assoziation bzw. die Liberalisierung des Handels geschlossenen Abkommen auf die Westsahara keine Anwendung finden.


     
  • 12/17: Entscheidung des EuGH zum selektiven Vertriebsweg von Luxuswaren - Verbot Absatz von Dritthändlern via Internet wie Amazon

    Mit Urteil vom 6. Dezember 2017 in der Rechtssache C-230/16 (Coty Germany GmbH / Parfümerie Akzente GmbH) hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass ein Anbieter von Luxuswaren seinen autorisierten Händlern verbieten kann, diese Waren im Internet über eine Drittplattform zu verkaufen. Eine solche Klausel im Vertriebsvertrag verstoße grundsätzlich nicht gegen das Europäische Kartellrecht. Der Entscheidung lag ein Vorabentscheidungsersuchen des Oberlandesgerichts Frankfurt nach Art. 267 AEUV zugrunde, dem nunmehr die Tatsachenüberprüfung obliegt. Das EuGH Urteil setzt die ständige Rechtsprechung des Gerichtshofs zur Zulässigkeit eines selektiven Vertriebssystems für Luxuswaren fort. Soweit entsprechende Klauseln primär der Sicherstellung des Luxusimages dieser Waren dienen, verstoßen sie nicht gegen das unionsrechtliche Kartellverbot. Der Gerichtshof hat hierzu einen speziellen Prüfkatalog entwickelt, der die Auswahl der Wiederverkäufer anhand objektiver Gesichtspunkte qualitativer Art vorsieht, die einheitlich für alle in Betracht kommenden Wiederverkäufer festgelegt werden müssen. Erst wenn diese Voraussetzungen vorliegen und nicht über das erforderliche Maß hinausgehen, sei eine Diskriminierung nach der Generalklausel des Art. 101 AEUV, Verordnung (EU) Nr. 330/2010 der Kommission vom 20. April 2010 über die Anwendung von Artikel 101 Absatz 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf Gruppen von vertikalen Vereinbarungen und abgestimmten Verhaltensweisen, zu verneinen. (Quelle: EuGH-Pressemitteilung Nr. 132/17 vom 6. Dezember 2017)

     
  • 7/2017 Das Gesetz zur Änderung im internationalen Stellvertretungsrecht in Kraft getreten

    Die Bundesregierung hat mit dem Gesetz zur Änderung von Vorschriften im Bereich des Internationalen Privat- und Zivilverfahrensrechts vom 11.06.2017 (BGBl. I S. 1607), in Kraft getreten am 17.06.2017, Änderungen im internationalen Verfahrens- und Privatrecht verabschiedet. Neben Änderungen im internationalen Sorgerechtskonflikten, enthält das Gesetz eine Neuregelung zum internationalen Stellvertretungsrecht nach Art. 8 EGBGB. Die Stellvertretung, als Geschäft eignener Art, ist in den Internationalen Kodifikationen, ROM I und ROM II, nicht enthalten. Lesen Sie auch Vollmachten im Ausland und Internationaler Urkundenverkehr

     
  • 6/17 Das neue Geldwäschegesetz ist am 23.06.2017 in Kraft getreten

    Die Bundesregierung setzt mit dem jüngsten Geldwäschegesetz die Änderungen der Vierten EU-Geldwäsche-Richtlinie in der Geldwäsche- und Terrorismusbekämpfung um. Neben einer Vielzahl von Neuerungen und Obliegenheiten, stehen Geschäfte mit Drittstaaten im Fokus: Unternehmer, die Vertragspartner in Drittländer mit hohem Risiko haben und Geschäfte/Transaktionen entfalten, werden stärker überwacht. Die Anforderungen an die Complianceprüfung sind gestiegen, europaweit. Denn die anderen Mitgliedsstaaten sind in der Verschärfung nachgezogen. Unternehmen mit Auslandsniederlassungen sind erhöhten Anforderungen ausgesetzt. 

     

     
  • 12/2016 Entscheidung des Bundesgerichtshof zu Altersversorgung des Handelsvertreters und EuGVVO

    Nacch der Entscheidung des BGH vom 15.12.2016 – VII ZR 221/15  ist der sachliche Anwendungsbereich der EuGVVO (Brüssel 1 VO) für Ansprüche eines ausgeschiedenen Handelsvertreters betreffend seiner Altersversorgung gegen den Geschäftsherrn eröffnet. Der Ausschlusstatbestand gemäß Art. 1 Abs. 2 lit. c EuGVVO (Brüssel 1 VO „soziale Sicherheit“) greift insoweit nicht ein. 

     
  • 13.12.2016: Prozessuales Aufrechnungsverbot bei Gerichtsstands- und Erfüllungsortvereinbarung

    Nach OLG München, 13.10.2016 – 23 U 1848/16 ist eine Vereinbarung über den Gerichtsstand und Erfüllungsort für alle Verbindlichkeiten aus dem Vertrag zugunsten des im Ausland befindlichen Unternehmens als prozessuales Aufrechnungsverbot auszulegen. Damit ist auch die prozessuale Geltendmachung einer vorprozessualen Aufrechnung mit einer Forderung, die im Ausland einzuklagen wäre, ausgeschlossen

     
  • 20.10.2015: Neues ElektroG in Kraft mit Auswirkungen für ausländische Hersteller

    Im Zusammenhang mit dem neuen Elektrogesetz bestehen aktuell Unsicherheiten, ob auch ausländische Hersteller, deren Elektrogeräte in Deutschland vertrieben werden, die allerdings selbst weder eine inländische Niederlassung unterhalten noch die Ware selbst in die Bundesrepublik importieren, Registrierungspflichten und in der Folge auch Deklarierungen im ERA System obliegen.

    Das neue ElektroG unterscheidet sich an einigen entscheidenden Stellen von der alten Fassung. Die Kommentierungen sind daher für die Fragestellung nur begrenzt nutzbar. Unter Berücksichtigung der Gesetzesmaterialien kommen wir zu folgender Einschätzung: Neues ElektroG: Auswirkungen für die im Ausland ansässigen Hersteller

     
  • 09.09.2015: Neuigkeiten zum Europäischen Mahnbescheid

    Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat im Vorabentscheidungsverfahren  Az.70b C 17/14 vom 22.10.2014 ein richtungsweisendes Urteil für die sogenannten Schuldnerschutzverfahren gem. Art. 20 EuMahnVO getroffen. Auf Vorlage des Amtsgerichts Wedding, dem Europäischen Mahngericht für Deutschland, hatte der EuGH zu entscheiden, welche Rechtsbehelfe für den Fall greifen, wenn der in Deutschland beantragte Mahnbescheid im Ausland nicht ordnungsgemäß zugestellt wurde, der Gläubiger hierauf den Zahlungsbefehl erhält und gegen den ausländischen Schuldner vollstreckt.

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